Seit es die Blu Mediterraneo Kollektion aus dem Hause Acqua di Parma gibt, erwarte ich voller Sehnsucht und Neugier die Neuschöpfungen. Kaum ein anderes Parfum beschreibt durch die außergewöhnliche und geniale Gestaltung der Kompositionen besser italienisches Lebensgefühl. Viele zitrische Düfte aus der Richtung der Colognes, beeindruckend oft mit einem tollen Start, dem jedoch nichts folgt, als einer sich schnell verflüchtigenden und substanzarmen Reprise des zuvor aufgesprühten. Acqua di Parma hingegen macht bei der prägnanten Ouverture keineswegs Schluss, sondern geht den einen entscheidenden Schritt weiter, löst das Versprechen der markanten Kopfnote ein und hält die Spannung bis zum unverwechselbaren Finale. Denn aus der im Prolog über allem schwebenden zitrisch-würzigen Frische, entsteht eine Vielschichtigkeit und Vielseitigkeit mit einem knisternden Appeal. Ich habe eine unbeschreibliche Sehnsucht nach dem Meer. Schon als Kind gab es für mich nichts Schöneres, als am Horizont das magische Glitzern tanzender Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche zu beobachten. Deshalb liebe ich Italien. Immer wenn ich mich schon den Bergen des Apennins der Riviera nähere,
rieche ich, wie sich die Luft verändert, wie sie immer stärker nach Meer
und würzigen Pinien und blühenden Jasmin duftet und etwas
spritzig-aromatisches bekommt. Das kündigt eine andere atemraubend
schöne Welt voller Zauber an. Es gibt Parfums, die es schaffen, genau das hervorzurufen, was ich im (oft) tristen Alltag so sehr vermisse und der neueste Duft Chinotto di Liguria von Acqua di Parma vermag es sogar Erinnerungen an meinen letzten Urlaub entlang der Riviera dei fiori und der Cinque Terre wach zu rufen. Hier wird das Mediterrane in seiner idyllischsten Form erlebbar - ein Wechselspiel aus Sonnenlicht, duftender mediterraner Vegetation, zauberhaften Buchten, verwegenen und brachial aus dem Meer ragenden Klippen vor einer Bergwelt voller Wälder, Schluchten, Bergdörfer und natürlich den kulinarischen Köstlichkeiten, wie dem weltbekannten Pesto all Genovese (oder Focaccerias und nicht zu vergessen den guten Muschel und Fischgerichten).
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Splendida Bvlgari Iris d'Or
Habt ihr jemals an einem Parfum geschnuppert und es hat euch sofort in seinen Bann gezogen? Manchmal müssen wir mit einem Duft Zeit verbringen, um seine Nuancen zu erkunden und sie auf uns wirken zu lassen. Dann wiederum begegnen wir einem Parfum, auf das unsere Sinne unmittelbar reagieren. Geheimnisvoll und tiefgründig, voller Mysterien, berührt es uns. Solch ein Parfum erschließt uns neue Sinneserfahrungen und lässt uns ganz neue Wahrnehmungen erleben. So habe ich mich gefühlt, als ich Iris d'Or aus der Splendida Kollektion vom römischen Traditionshaus kreativster Juwelierskunst Bvlgari kennengelernt habe. Dies ist eine überarbeitete und weiterentwickelte Re-Kreation von Bvlgari Pour Femme (ursprünglich aus der Feder der Meisterin der Düfte Sophia Grojsman) - einem ikonischen Duft, der Mitte der 90er für Furore sorgte. Auf der Grundlage der originalen Rezeptur wurde Parfumeurin Sophié Labbé nun beauftragt, dem klassischen Parfum eine modernere, luxuriösere Note zu verleihen, dabei jedoch den ursprünglichen Charakter und die eigentümliche Identität, zu bewahren. Dieser virtuose Balanceakt ist der Parfumeurin, die als erste Frau 2005 den Prix International du Parfum (aka Prix François Coty) verliehen bekommen hat, mit Bravour gelungen (der Preis wird Parfumeuren verliehen, die mit ihren Kreationen einen außergwöhnlichen Beitrag zur Welt der Düfte leisten). Die Iris ist eine meiner Lieblingsblumen (schon die Textur ihrer Blütenblätter ist beeindruckend) und Lieblingsparfumrohstoffe. Deshalb habe ich mich sehr darauf gefreut die kostbare Komposition von Iris d'Or zu entdecken. Der Duft konzentriert sich scheinbar nicht vordergründig auf der klassischen Irisnote. Vergesst daher eure Assoziationen rund um die Iris. Denn diese ist hier weder wurzelartig noch erdig umgesetzt. Für mich ist Iris d'Or die Melodie einer grünen und sommerlichen Frische und Leuchtkraft und das in einer vorzüglichen Weise. Denn hier werden Zutaten in derart hohen Konzentrationen verwendet, wie es vor 20 Jahren in der Parfumerie nicht üblich war und mit modernsten Methoden weiterverarbeitet, um ihre ganz speziellen Eigenheiten zu bewahren. Damit wird ein pudrig-floraler Genuss zelebriert und eine zeitgenössische Interpretation der Essenz von italienischen Dolce Vita. Iris d'Or beherbergt in seinem Signatur-Flakon mir goldener Verschlusskappe (die wunderschön Bvlgaris künstlerische Sensibilität als Juwelier widerspiegelt) einen geheimen Schatz, der uns Duftnote für Duftnote offenbart wird – allerdings mit einem schelmischen Sinn für Humor.
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Juliette Has A Gun Luxury Collection Metal Chypré
Wenn es stimmt, dass Erinnerung nichts anderes ist, als Gegenwart vergangener Zeiten, dann hat Erinnerung in einem Chypre-Parfum ihr Zuhause. Bereits seit der Antike gibt es chypre-typische Duftkompositionen. Ihr Charme ist seit je her sagenumwoben. Doch erst das junge 20. Jahrhundert der europäischen Geschichte krönte den Chypre zum König der Parfums. Der Name geht auf Chypre de Coty zurück, das François Coty im Jahr 1917 kreierte und damit fortan eine ganze Duftfamilie prägte. Er benannte seine Kreation nach der Insel Zypern (frz. Chypre), auf der er einige Zeit verbracht hatte. Für den Duft verwendete er viele natürliche Ingredienzien aus dem Mittelmeerraum, die er dort während seiner Reise kennenlernte. Als "Panorama des Südens" wird der Chypre seither bezeichnet. Der Mythos liegt im starken Kontrast zwischen dem hesperidischen Auftakt, vermählt mit einer apart-blumigen Herznote und dem holzig-moosigen Eichenmoos-Fond begründet, der eine besondere Komplexität aus Eleganz und Raffinesse entfaltet. Romano Ricci hat sich der Herausforderung gestellt für seine Luxusparfum-Marke Juliette Has a Gun einen Chypre zu erschaffen, der sich allen Konventionen entzieht. Damit vereint er seine Liebe zum Duft mit seiner außergewöhnlichen Kreativität und dem Bedürfnis stets Neues auszuprobieren. Mit künstlerischer Nonchalance dekonstruiert er den legendären Klassiker. Er bricht ihn runter bis auf sein nacktes Skelett, um ihn als modernen Duft neu zu erbauen. Dafür ließ er sich von der Idee leiten, den Duft vom kostbaren rötlich-glänzenden Kupfer nachzubilden. Warum ausgerechnet dieses Metall habe ich mich gefragt? Sein lateinischer Name cuprum ist abgeleitet von (aes) cyprium und heißt frei übersetzt "Erz aus Zypern", wo im Altertum Kupfer gewonnen wurde. Was liegt also näher, als eines der begehrtesten Mineralien der Welt aus Zypern mit der wohlduftenden Flora dieser sonnigen Mittelmeerinsel (der Geburtswiege der klassischen Chypre-Zutaten) zu verbinden?! Aus dieser Inspiration erschuf er seine persönliche olfaktorische Übersetzung dieses Materials - kühl, metallisch und überaus futuristisch, die er in einen gewagten Remix des klassischen Chypre-Akkords gegossen hat. Ein sehr spannendes Unterfangen. Denn Metalle sind schließlich Feststoffe. Sie besitzen keine flüchtigen chemischen Verbindungen und können deshalb nur sehr schwer den Weg in unsere Nase finden. Dennoch können wir alle diesen charakteristisch-metallischen Duft identifizieren. Riecht also Metall? Nein! Alles nur eine Illusion bzw. eine komplexe chemische Reaktion mit der Lipidschicht unserer Haut. Chemie war in der Schule allerdings nicht mein Lieblingsfach. Deswegen erspare ich euch (und mir) weiteres gefährliches Halbwissen dazu. Doch ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie Parfumeure Texturen und Temperaturen durch komplizierte Mischungen von Zutaten vermitteln können. Schauen wir uns also an, welche künstlerisch-abstrakte Antwort uns Romano Ricci zu diesem Thema präsentiert.
Thierry Mugler Angel Étoile des Rêves

Jeden Tag vor dem Abendessen zünde ich Duft-Kerzen in allen Räumen unseres Hauses und auf der Terrasse an und versuche dadurch eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen, die den Tag ruhig und entspannt ausklingen lässt. Ich liebe es die untergehende Sonne zu beobachten, wie sie den Himmel in rosa-rubinrote Schattierungen färbt, bis schließlich das saphirblau der Nacht die letzten Zuckerwattewolken verschlingt, und funkelnde Sterne die Dämmerung erhellen. Kann es eine schönere Einladung zur Sinnlichkeit geben als dieses Naturschauspiel? Obwohl ich fast mein ganzes Leben von Düften umgeben bin und mich sehr intensiv mit ihnen beschäftige, finde ich den Effekt von Düften - wie sie unsere Gefühlswelt beeinflussen können - immer wieder aufs Neue wahnsinnig interessant. Die Schönheit von Düften bereichert unser tägliches Leben in so vielen Momenten. Düfte sind für mich deshalb Balsam für die Seele und ich schmücke meine Haut auch abends nach dem Baden mit ein paar Tröpfchen eines wunderschönen Dufts. Als echter Beauty-Lover ist der Abend für mich wirklich die allerschönste Zeit des Tages, die ich mit Pflegeritualen ausgiebig zelebriere, wenn ich an meinem geschwungenen Schminktisch aus poliertem Kirschbaumholz sitze und im großen Kristallspiegel die vor mir stehenden Cremetiegel und Parfumflakons auswähle (den Schminktisch hat mir meine geliebte Nana geschenkt, er ist seit Generationen in der Familie, an diesem Schminktisch habe ich schon als Kind gesessen und versucht mich zu schminken – die Betonung liegt natürlich auf versucht, eigentlich mag ich keine antiken Möbel und bin modern, puristisch und weiß eingerichtet, aber an diesem Kleinod hängen so viele schöne Erinnerungen). Ich sprühe vor dem Schlafengehen auch einen Duft auf die Bettwäsche und die Laken. Das hilft mir einzuschlafen und ins süße Land der Träume abzuschweifen. Auf diese Weise kann ich einen Duft auch ganz bewusst wahrnehmen und genießen, ohne von anderen Reizen des Alltags abgelenkt zu sein. Morgens beim aufwachen umgibt mich dann eine sanfte Wolke von Wohlgeruch und ich starte gutgelaunt in den neuen Tag. Erinnert ihr euch, Marilyn Monroe gestand einst im Interview mit dem Life Magazine, mit nichts als No.5 auf der Haut ginge sie zu Bett? Schon sie wusste um die Macht der Düfte (oder die des brillanten Marketings). Allerdings sind mir viele meiner Lieblings-Parfums ein wenig zu opulent für die Nacht. Überglücklich war ich deshalb, als ich Angel Étoile des Rêves (Stern der Träume) von Thierry Mugler gefundne habe. Mit diesem Parfum – eigens als Parfum de nuit kreiert und von der glamourösen Tradition des Boudoirs inspiriert – kann ich in schwelgerischer Laune in den Federn versinken und mir die Nacht versüßen.
Naomi Goodsir Nuit de Bakélite
Es war einst ein Hut. Flamboyant und exzentrisch. Er machte sich auf einen schicksalshaften Parforceritt durch Länder und Kontinente, um die Lunte für Naomi Goodsirs explosionsartige Karriere zu legen. Begonnen hat alles am anderen Ende der Welt in Sydney mit einem klassischen Modedesign-Studium. Obwohl... so ganz klassisch war dieses Studium dann eigentlich doch nicht. Denn die Australierin, die mit einem ebenmäßigen Porzellanteint gesegnet ist, um den sie selbst Schneewittchen beneiden würde, genoss erstaunlicherweise keinen praktischen Unterricht, sondern erschloss sich das gesamte Wissen um das Schneiderkunsthandwerk scheinbar en passant in endlosen Gesprächen mit ihrem Professor selbst. Nach ihrem Diplom experimentierte sie, umgeben von Textilien, Nadeln, Garn, mit verschiedenen Materialien (Leder, exotischen Häuten, Pelzen), modellierte, schneiderte und arbeitete mit ihren Händen (denn das ist ihre wahre Leidenschaft – etwas mit den eigenen Händen neu zu erschaffen). Sie lernte, dass die wahre Schönheit einer großen Modekreation nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, sondern vielmehr im Detail liegt. Wohl deshalb verschrieb sie sich letztendlich der anspruchsvollen Tradition der Chapellerie. Dabei lässt sie sich vom sehr offen gehaltenen Ansatz ihrer Ikone – Elsa Schiaparelli – inspirieren, Mode mit Kunst zu verbinden. Eigentlich ein Paradoxon, das sie stets vor eine besondere Herausforderung stellt: Wie konkret und wie frei soll oder muss sie sein, wenn sie gleichzeitig das Erbe der klassischen Hutmacherei lebendig halten und relevant für die Zukunft sein will?
Masakï Matsushïma Matsu Sakura
Wir haben einen großen Kirschbaum im Garten und ich kann es im März kaum erwarten, bis er endlich anfängt zu blühen und sich der Geruch von dem weichen warmen Holz und der Rinde des Kirschbaums zuerst mit dem Duft der am Baum hängenden Blüten und dann der Kirschen vermischt. Innerhalb weniger Tage steht der zuvor aus nackten Zweigen bestehende Baum voll in Blüte und ist über und über mit weiß-rosa Blüten umgeben, die ihn vollkommen einhüllen. Doch die Schönheit der Blüten verführt nicht nur das Auge, mit dem Öffnen der Blütenknospen ist das Versprechen auf den Genuss leckerer Kirschen verbunden. Die Welt erwacht dann im frühlingshaften Morgentau. Alles schillert bunt. Ich reiße die Fenster weit auf. Die Sonne erhellt mich und wärmt mich und der hineinströmende Wind trägt mir eine zarte Brise entgegen, die nach Kirschblüten duftet. Ich nehme einen tiefen Atemzug dieser von echter Kirschblüte geschwängerten Luft und ich will atmen, träumen, lieben... Matsu Sakura ist ein bunter Reigen beschwingter Noten, ein Wirbel fröhlicher Farben und schimmert wie diese morgendlichen Sonnenstrahlen und entführt meine Sinne auf eine sanfte, duftige Entdeckungsreise in ferne Regionen, wo mich eine einschmeichelnde Sonne mit ihrer milden, leichten Wärme umhüllt und ein genussvolles Gefühl schenkt. Die Inspiration für die neueste Duft-Kreation des japanischen Designers Masakï Matsushïma war das höchst beeindruckende Naturschauspiel, das die Schönheit der in voller Blüte stehenden japanischen Kirschbäume feiert.
Franck Boclet Leather
Vor Kurzem habe ich in der italienischen Vogue die Kollektion von Franck Boclet entdeckt. Meine Aufmerksamkeit fesselte sofort die Obsession des Haute-Couture-Designers für Eleganz, Luxus und Komfort und seine signifikante Eigenheit, mit der er die maskuline Silhouette in ein Universum von Detailtreue, Passform und Proportion projiziert. Der aus Paris stammende Designer (der mir bis dato überhaupt kein Begriff war, wie ich zu meiner Schande gestehen muss) begann sich schon als Teenager für Mode zu interessieren. Er liebte es zwischen dem dritten und vierten Arrondissement durch Marais zu flanieren und in dortigen Second-Hand-Läden nach Besonderheiten zu stöbern. Deshalb gab es für ihn auch keinen Plan B, als er beschloss die Kunst des Schneiderhandwerks von der Pike auf zu erlernen. Der Modeschöpfer liebt das Spiel mit Gegensätzen und scheint diese in vollkommener Nonchalance zu vereinen. Gerne provoziert er mit einem offenkundig extrem kühnen und maskulinen Modestil, der jedoch erstaunlicherweise eine ihm innewohnende feminine Widersprüchlichkeit ausstrahlt. So schickt er seine Männermodels im Kimono-inspirierten Tuxedo und Lackturnschuhen oder mit perlenbesticktem Seidenhemd und Rüschenschaal unter einem asymmetrisch und extrem schmal geschnittenen Mantel mit körpernaher Taille, abfallenden Kragen und Manschetten über den Catwalk. Ist das noch eine Mode der Funktionalität oder pure Avantgarde? Muss sich Mode überhaupt kategorisieren lassen? Schließlich konstatiert der Schöpfer selbst, dass der selbstbewusste Mann sich nicht auf einen Stil reduzieren lassen sollte, denn wahrer Stil ist, alle Stile hinter sich zu lassen. Diese Balance der Kontraste ist das Markenzeichen von Monsieur Boclet und verhalf ihm bereits Mitte der 80er Jahre in der Modebranche zu einem veritablen Namen. Eine Bilderbuchkarriere begann und er arbeitete für namenhafte Designer wie Kenzo oder Courrèges und später als künstlerischer Leiter der Herrensparten für Francesco Smalto und Emanuel Ungaro.
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Sylvaine Delacourte, Lilylang, Smeraldo, Dovana, Helicriss, Florentina
Aufrichtig und fragil, so schonungslos wie poetisch - der Entschluss einer eigenen Parfum-Marke das Leben zu schenken, kam für Sylvaine Delacourte einer persönlichen Metamorphose gleich hin zu mehr Mut und (paradoxerweise) auch mehr Zerbrechlichkeit. Denn mit ihren Düften offenbart sie der Welt ihr intimstes – Emotionen, Sehnsüchte und Geschichten und immer wieder Erinnerungen an erlebnisreiche Reisen – eingefangen und olfaktorisch wiederbelebt, als hätte sie diesen Momentaufnahmen aus ihrem Leben ein Stück Seele eingehaucht. In den ersten fünf Düften ihrer Kollektion, lässt uns Sylvaine Delacourte verschiedene Persönlichkeiten von dem edlen und mysteriösen Rohmaterial des weißen Moschus entdecken und kreiert ganz neuartige, sehr moderne und verblüffend puristische Interpretationen dieser Ingredienz - farbenreich und differenziert umgesetzt, schöner hätte ich es mir wohl nicht wünschen können. Ob fruchtig-sonnig, pflanzlich-frisch, nüchtern-rein, holzig-würzig oder pudrig-samtig – Sylvaine beherrscht die Klaviatur der Moschusakkorde perfekt (wie sie bereits mit einer Vielzahl von herausragenden Düften eindrucksvoll für Guerlain unter Beweis gestellt hat) und möchte nun, dass Duftliebhaber alle Facetten erkunden, die ein außergewöhnliches und schwierig zu meisterndes Material wie Moschus zu bieten hat. Deshalb beinhalten die Kompositionen auch nicht nur eine Moschusnote, sondern eine besondere Mischung verschiedener Moschussorten. Das Zusammenströmen dieser reizvollen Mixtur, zieht mich sanft, aber bestimmt in das Innerste der Düfte hinein, wo voller Leichtigkeit und ohne ambitionierte Anstrengung die Kompositionen von Ingredienz zu Ingredienz schweben und zu einem kurzweiligen Vergnügen geraten. Madame Delacourte ist eine große Liebhaberin von Moschus. Diese Ingredienz ist leicht wie Seide, edel wie Samt, weich wie Kaschmir, zudem sehr beruhigend, elegant, raffiniert und warm und hat die unerreichte Fähigkeit, eine Parfum-Komposition zu beleben, die Ausstrahlung zu verstärken und abzurunden. Das Aroma schmiegt sich ganz nah an die Haut, doch hinterlässt keine Spur von sich in der Luft und ist nur äußerst leicht wahrnehmbar (nur in reinen Monodüften kommt der faszinierende Charakter gänzlich zum Vorschein). Moschus hat eine gute Haltbarkeit, allerdings ist es sehr kompliziert dessen Diffusion zu händeln und zu bändigen. Dieser Rohstoff ist deshalb sehr schwer zu erfassen und zu bearbeiten. Oft muss ein ganzer Blumenstrauß um Moschus orchestriert werden, damit ihn jeder gut ausmachen und der Duftbaustein zusammen mit der Körperwärme eine harmonische Aura entwickeln kann. Dieser Herausforderung – Moschus gut versprühbar und wunderbar zur Geltung kommen zu lassen – hat sich Madame Delacourte angenommen und diese, wie ich finde, bravourös gemeistert und damit wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, dass sie zu den vielseitigsten Künstlerinnen ihres Genres gehört.
Thierry Mugler ALIEN Eau Sublime
Aufgewacht, meine Lieben! Endlich ist der Sommer da. Er brauchte zwar wieder ein ganzes Jahr, um den Weg zurück zu uns zu finden, doch nun ist er da und die warme Jahreszeit bringt ein neues Lebensgefühl mit sich. Pullover und Jacken fallen und die darunter versteckt liegenden luftigen Blusen und kurzen Kleider in Pastell kommen zum Vorschein. Regen und Kälte scheinen verbannt und wir genießen Sonne satt. Nachdem der kalte Winter alle Düfte eingefroren hat (und der nahezu komplett verregnete graue Frühling es ihm gleich tat), scheinen die nun zum neuen Leben erwachten Duftmoleküle mit den höher steigenden Temperatur aufzutauen und durch die Luft zu schweben – ach was sage ich – akrobatische Pirouetten zu drehen. Verwaiste Straßencafés füllen sich mit lebendiger Heiterkeit, heiße Schokolade weicht erfrischenden Eisbechern und plötzlich wird wieder mehr gelacht und geflirtet. Flowerpower überall. Der Sonnenaufgang ist jetzt der schönste Augenblick des Tages für mich... der erste kleine Sonnenstrahl, der luftig und beschwingt den Start in einen herrlichen Sonnentag ankündigt. Ich liebe es am frühen Morgen vom Vogelgezwitscher geweckt zu werden, in fließende Seide gehüllt in den Garten zu gehen und auf der Terrasse, unter dem Himmelblau beim Frühstück, die ersten warmen Sonnenstrahlen des Tages auf der Haut zu begrüßen und mich am Duft von knackig-grüner Frische und ersten zarten Blüten in leuchtenden Lila und Gelb ringsum zu erfreuen. Dann widerfährt mir ganz ein besonderes Gefühl, scheinbar unbegründet hebt sich meine Laune und das Stimmungsbarometer steigt auffallend an. Mein Kopfkino erweckt Bilder an vergangene Momente im Sonnenschein und ich schwelge in romantischen Erinnerungen und habe Lust auf eine Überdosis Sommerglück.
Wenn die erste Hitze des Tages dann flirrt und der Wind über die Blüten streicht, liegt dieser typische süß-sommerliche Duft, umschmeichelt von einer Woge von Frische und dem wässrigen Aroma von Tautropfen, in der Luft. In diesem luftigen und leichten Akkord scheint die Idylle eines sonnigen Morgens widerzuschallen. Herrlich... ich atmet ganz tief ein und meine Lungen füllen sich mit lebendiger Klarheit und die Sinne tanken wohltuende Energie für den bevorstehenden Tag. Aus diesem Zauber der Natur - einer Sonne im Zenit, deren Strahlen großzügig alles um sie herum mit brillant-glänzenden Licht fluten - wurde die Kreation Alien Eau Sublime geboren. Der für sein außergewöhnliches Geruchsempfinden und kunstvolles Feingefühl bekannte Parfumeur Dominique Ropion (der 2005 schon den ikonischen Originalduft Alien komponiert hat), erzählt uns mit olfaktorischer Kreativität eine neue Geschichte der uns wohlbekannten legendären Sonnengöttin, die sich einst dem Geschichtenerzähler Thierry Mugler in seinen Träumen offenbarte (ich bin immer wieder davon begeistert, wie Mugler & Co. es wirklich jedes Mal schaffen ein wunderbares, dichtgewebtes Bild zu den herrlichen Duftkreationen zu zaubern - mein Kompliment).
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Rancé 1795 Collection Impériale Laetitia
Die Mutter von Napoléon Bonaparte war eine außergewöhnliche Frau. Darüber sind sich Historiker einig. Auch darüber, dass diese historische Figur von den Geschichtsschreibern der napoléonischen Ära zumeist stiefmütterlich behandelt wurde. Zu unrecht. Denn Laetitia, aus dem Patriziergeschlecht der Ramolino, war eine höchst interessante Persönlichkeit, die dynamische Energie und entschlossene Präsenz mit sinnlicher Weiblichkeit verband. Sie war es gewohnt stets an erster Stelle zu stehen. Nicht aus niederen Gründen der Überheblichkeit, sondern weil sie sich um alle sorgte und über alle wachte und versuchte die mitunter hitzigen Unarten ihrer Kinder (auch im Erwachsenenalter) mit grenzenloser Mutterliebe und gütevoller Milde zu besänftigen. Sie war diszipliniert, stolz und mühelos souverän und dabei doch bescheiden und demütig. Für diese vortrefflichen Tugenden wurde sie vom französischen Volk bewundert und mit großer Wertschätzung Madame Mère genannt. Nichts an ihr war banal. Sie besaß eine glühende Leidenschaft für das Bedürfnis in Freiheit zu leben. Dies liegt sicherlich in ihrer Biografie begründet (sie folgte - mit ihrem kleinen Sohn Joseph im Arm und mit Napoléon schwanger - ihrem Mann im korsischen Unabhängigkeitskampf ins Feld, entschlossen zum Kampfe für die Freiheit des Vaterlandes und musste doch Jahre später wegen eines blutigen Aufstandes ihre Heimat mit ihren Kindern über Nacht verlassen). Die gebürtige Korsin galt als schönste Frau in ihrer Heimat Ajaccio, deren angeborene Würde, Hoheit und Anmut mit der vollkommenen Eleganz ihrer ganzen Erscheinung in wundervollster Harmonie verbunden waren und selbst im Laufe der Jahre nicht verblassten. Die feinen Linien ihres edlen Gesichts waren mit prachtvollen kastanienbraunen Locken umrundet und von geschwungen Lippen und einem einnehmenden Lächeln gekrönt (der italienische Bildhauer Antonio Canova erschuf nach ihrem Ebenbilde die Marmorstatue der Agrippina, ein vollendetes Meisterwerk, in dem die Schönheit und Seelengröße Laetitias zur vollen Geltung kommen). Doch die wahre Stärke dieser charismatischen und unabhängigen Frau lag in ihrer Sanftmut, die ihr dabei half, alle Schicksalsfügungen während des Aufstiegs und des Falls ihrer Familie, die freudigen, wie die unglücklichen, erhaben und, einer griechischen Tragödie gleichend, in antiker Größe zu ertragen. Ihre beharrliche und unverminderte Entschlossenheit, Zielstrebigkeit und Charakterstärke waren für viele eine beständige Quelle der Inspiration.
Auch der französische Parfumeur François Rancé war von dem willensstarken Wesen der Mutter des Kaisers derart beeindruckt, dass er ihr (1806) ein duftendes Meisterwerk widmete. Die unvergessliche und sehr feminine Komposition ist eine Hommage an ihre zeitlose Eleganz und vornehme Noblesse und enthüllt faszinierende Facetten von Laetitias wahren Selbst, ihrer Persönlichkeit, ihrem Charakter.
JUL ET MAD Secrets du Paradis Rouge
Das Streben nach der tiefen Empfindung des Glücks beflügelt seit jeher die Phantasie des Menschen. Dabei fällt uns nichts schwerer als Glück zu finden. Wenn wir glauben, es gefunden zu haben, möchten wir es für immer festhalten und genießen. Die Magie dieses einzigartigen Augenblicks kann so stark werden, dass wir uns wie aus der Zeit heraus katapultiert fühlen und alles scheint um uns herum still zu stehen und vergessen zu sein. Den Augenblick zum Verweilen einzuladen, weil er so wunderschön ist, gehört deshalb wohl schon seit Goethes Faust zu unseren Sehnsüchten und doch bleibt die Erfüllung dieses Wunsches unmöglich, weil alles Erlebte flüchtig ist. So ergreift uns Wehmut und macht uns schmerzhaft bewusst, dass ein wundervoller Moment unwiderruflich verstrichen ist und so nie mehr wiederkehrt. Doch durch die sinnliche Wahrnehmung von Düften können wir unsere Sehnsucht nach wundervollen, aber leider viel zu schnell vorbeigezogenen, Momenten stillen und in wohligen Erinnerungen an zerbrechliche und wohlvertraute Augenblicke des Glücks schwelgen. Den einzigartigen Zauber dieser besonderen Momente können wir erhalten, weil Düfte uns in die Welt, wie wir sie im Zustand des Glücks wahrgenommen haben, zurückbringen und sie unauslöschlich in unser Gedächtnis einbrennen können.
Vor fünf Jahren haben JUL ET MAD (mein liebstes Liebespaar der Nischen-Parfumerie) begonnen den olfaktorischen Roman ihrer Liebe zu schreiben. Beseelt von der Suche nach dem Außergewöhnlichen und der Passion zu Parfums, entstand die Idee etwas Einmaliges, Authentisches zu erschaffen und kreative Impulse und Emotionen zu verwirklichen. Seitdem hat das Paar (wie ich finde) außergewöhnlich überzeugende und wundervoll originelle Parfums geschaffen, die ihre Hingabe und Verbundenheit zueinander und zur Haute Parfumerie symbolisieren. Mit Secrets du Paradis Rouge, aus ihrer Kollektion Les CLASSIQUES, eröffnet uns das Paar das fünfte Kapitel ihrer außergewöhnlichen Histoire d'Amour und erzählt mit subtilen Duftnoten von einem verzauberten Ort, an dem sie ihre Flitterwochen verbracht und pures Glück erfahren haben – der „Roten Stadt“ Marrakesch. Ich liebe es in die fulminanten wie zärtlichen Duftwelten von JUL ET MAD einzutauchen, weil sie es fabelhaft verstehen Parfums aus ihren Erinnerung entstehen zu lassen.
Santa Eulalia Nectar
Die Costa Brava beschenkte mich reich mit den schönsten Erinnerungen. Doch dieses Juwel an der spanischen Mittelmeerküste besteht natürlich nicht nur aus Impressionen à la Strand und Meer, sondern verzauberte mich auch mit romantischen Altstädten, mächtigen Kathedralen, prachtvollen Palästen und zum Verlieben schönen Gartenanlagen. Es war ein Vergnügen bis spät in die Nacht auf den Promenaden zu flanieren und Kunstschätze und die lebendige Geschichte des Landes zu erleben. Ich denke mit lachendem Herzen an diese vielen Highlights zurück.
Wir setzten unsere Reise in Ampuriabrava fort. Der gesamte Ort ist von ewig langen Kanälen durchzogen, die sich überall vorbei schlängeln. So gut wie jedes Haus hat seinen eigenen Bootsanlegeplatz (als Vorbild diente zu meiner Verwunderung nicht das geheimnisvolle Venedig, sondern das moderne Miami und so besitzt Ampuriabrava die größte Marina Europas, und wenn wir schon bei Superlativen sind, auch den größten Fallschirm-Sprungplatz Europas und sogar einen gläsernen Windkanal – das war dann aber doch ein wenig zu viel Nervenkitzel für mich und ich begnügte mich damit mit sicherer Bodenhaftung zuzuschauen, wie andere springen und fliegen). Es war bezaubernd morgens auf der Terrasse unseres kleinen für die Ferien gemieteten Häuschens direkt am Wasser zu frühstücken und sich von den kristallklaren Wellen freudig auf den kommenden Tag einstimmen zu lassen... mittags durch das mittelalterliche Stadtzentrum Castelló d´Empúries mit pompösen Portalen – geschmückt mit geheimen Zeichen und Symbolen – zu schlendern und die wunderschöne gotische Santa-María-Kirche zu besuchen. Die romantische Atmosphäre dort hat mich ganz eingenommen, war ergreifend, entzückend und kam einer Reise durch vergangene Epochen gleich... und beim Abendstrandspaziergang vorbei am Hafen einen Blick auf die zauberhafte Berg-Stadt Roses und deren alte Festung Ciutadella zu genießen (kurz entschlossen sind wir hingefahren, um bei einer Nachtführung im Castell de la Trinitat die Geheimnisse und die Schönheiten der Burg zu entdecken – dies ist allerdings nur zu empfehlen, wenn ihr euch vor alten Gemäuern und Geistern nicht fürchtet).
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Carner Barcelona Costarela
Geht es euch manchmal auch so wie mir? Meine Familie ist für mich das, was wirklich im Leben zählt und wichtig ist. Ich nehme mir oft vor, dass wir mehr Zeit gemeinsam verbringen und schaffe es im stressigen Alltag dann leider doch nicht. Deswegen liebe ich gemeinsame Urlaube – abgesehen davon, dass ich es grandios finde auf Reisen zu sein und neue Orte und Länder kennenzulernen – idealerweise Orte und Länder, die an einer Küste liegen – genieße ich die Zeit, die ich mit meinen Lieben verbringen kann und freue mich über Erinnerungen, die daraus geboren werden. Zusammen mit meinen Eltern machte ich mich diesmal auf die Costa Brava zu entdecken – von ihrer Schokoladenseite – fernab von Hotelburgen und Pauschaltouristen, die eisern ihre Sonnenliegen verteidigen. Unsere Reise begann am östlichsten Zipfel der iberischen Halbinsel – am Cap de Creus – wo die Ausläufer der Pyrenäen ins sanft gewellte Mittelmeer zu bröckeln scheinen und der von dem Tramuntana Gebirge wehende Wind an der Küste bizarre Felsformationen geformt hat (irgendwo soll ein Felsen aus dem Meer ragen, der wie ein in Stein gemeißelter Delfin aussieht – leider habe ich ihn nicht entdeckt). Schnell wurde mir klar, warum der katalanische Schriftsteller Ferran Agulló der Region das Attribut „wilde Küste“ verliehen hat. Nicht selten wird der Weg über schwindelerregende Steilklippen aus Schiefer und Granit zur Kletterpartie, führt an zerklüfteten Ufern, Eukalyptuswäldern, Weinbergen und sogar an düster bewaldeten Steilhängen vorbei. Das ist ein Paradies zum Wandern mit beinahe unwirklichen Landschaften, wie auf dem Mond, die hinauf zum imposant gelegenen Kloster Sant Pere de Rodes über der Bucht von El Port de la Selva führen (allein der Weg hinauf ist schon ein unglaubliches Abenteuer für sich mit einer serpentinenartig geschlängelten engen Straße durch die Berge, als Belohung erwartete uns dann aber auch ein faszinierender Ausblick über den Empordà). An diesen langen Gebirgsketten, die parallel zum Meer verlaufen, stemmen sich Klippen gegen peitschende Winde, brechen sich Wellen an enormen Felsen, klammern sich Pinien an nacktes Gestein. Doch plötzlich – ohne einen Flügelschlag – gleiten Möwen lautlos vorbei, der Himmel reißt auf und wir können durch saftig-grüne Lichtungen sehen, wie ein silberner Sonnenstrahl aufs Meer schießt und es in vielen verschiedenen Blautönen changieren lässt. Überraschend öffnen sich, wie aus dem Nichts, die Felsen für idyllische Strandbuchten und wir haben uns in menschenleeren und wunderschönen Landschaften wiedergefunden.
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Sara Carner,
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A Lab On Fire Eau D'Ipanema
Im Radio erklingt eine Melodie, ganz simpel, ganz eingängig (erstaunlicherweise ist die rhythmische Struktur hingegen derart komplex, dass Jazz-Theoretiker darüber Abhandlungen verfassen). Es ist eines der bekanntesten Lieder der Welt: The Girl from Ipanema. Wenn das berühmt-berüchtigte Mädchen besungen wird, ihre Anmut, ihr Gang, ihr Hüftschwung, der alle Männer in Verzückung geraten lässt und der Bossa-Nova-Rhythmus eure Phantasie beflügelt... wovon träumt ihr dann? Von Sonne? Von blauen Himmel? Von der Copacabana und dem berühmten vier Kilometer langen halbmondförmigen und puderzuckerweißen Sandstrand? Von gigantischen Hochhäusern, die sich wie touristische Voyeure um den Strand auftürmen? Vom Karnevalsspektakel in Rio – dem Fest der Körperlichkeit, das jährlich Hunderttausende in die brasilianische Millionen-Metropole mit farbenprächtig und äußerst knapp bekleideten heißblütigen Samba-Tänzerinnen und muskulösen Cariocas (wie sich die Bewohner Rios selbst nennen) lockt und die Lebensfreude in einem Feuerwerk der Farben und der Sinne explodieren lässt? In wohl keiner anderen Stadt der Welt gehört Lebensfreude so zum Alltag wie in Rio de Janeiro. Hier begrüßt die monumentale Christus-Statue (eines der sieben modernen Weltwunder) auf dem Corcovado jeden Besucher mit offenen Armen und der Botschaft von Liebe und Hoffnung und lädt zu einem atemberaubenden Ausblick über die Stadt ein mit der schlangenartigen Brücke über der Bucht von Guanabara und natürlich den Zuckerhut. In dieser Stadt pulsiert das Herz im Wasser und das rötliche Licht der Sonne zaubert malerisch Ornamente auf gebräunte Haut. Diese Stadt hat den Winter besiegt und erlebt selbst im Januar den Sommer. Das Dogma und die Ideologie beruht darin sich vollkommen frei zu fühlen, och nein, frei beschreibt dieses feine, ausgelassene und leichte Lebensgefühl, für das die Brasilianer so bekannt sind, nicht annährend, rebellisch, das trifft es schon eher. Hier gehört die Leichtigkeit des Seins, lässige Sinnenfreude, entspanntes Flirten und kokette Blicke einfach zum Alltag. Musik und Tanz, sich im Rhythmus der Samba zu verlieren, spiegeln das Lebensgefühl der Menschen vielleicht am besten wider. Die neueste Kreation von A Lab On Fire - Eau D'Ipanema - hat die Einfachheit dieser Wahrheit und Offenheit und vereint das Kostbare mit dem Wesentlichen.
Carner Barcelona Tardes, Rima XI
Wenn sich die gleichen Zahlen im Kalender zu wiederholen scheinen, spüre ich, dass ich eine Auszeit von meinem Alltag brauche. Ich lebe im hier und jetzt und bin sehr dankbar für mein Leben und mein Studium und alles drumherum. Doch sehne ich mich ab und an danach dem Alltag zu entfliehen, nach einem Moment der Entschleunigung, ganz frei zu sein, keine Termine zu haben, morgens auch nicht aufstehen, nicht ständig auf die Uhr schauen zu müssen, keine Pläne, sondern Zeit zu haben, um der Welt entspannt zu begegnen. Damit ich den Enthusiasmus, für all das was mir so viel Freude bereitet, im Grau des Alltags nicht verliere. Internet sei Dank, verwandelte sich dieser anfänglich noch zögerliche Gedanke im Nu in eine Reise an die Ostsee. Schon bald spürte ich in mir ein Kribbeln für das, was alles kommt. Denn nichts entspannt mich mehr als die Reinheit des Meeres und der Luft – alles Blau in Blau – nichts, was das Auge sinnlos anstrengt. Zusammen mit meinen besten Freundinnen quartierten wir uns im Ostseebad Binz auf Rügen direkt am Meer ein – in einem wunderschönen Hotel, das nach einem kleinen Stern benannt ist, der um die Sonne kreist und geheimnisvoll dunkel glänzt. Von unserer Teerrasse aus hatten wir ein fantastisches Panorama auf die Ostsee. Dazu hatten wir an unserem (sehr) verlängerten Wochenende auch noch viel Glück mit dem Wetter und konnten die Zeit am feinsandigen Strand auskosten. Über die Portion Sonne de Luxe habe ich mich besonders gefreut. Das war wie ein Balsam für meine aufgekratzte Seele – ebenso wie die Hydro- und Aromatherapie basierten Wellnessbehandlungen im feinen Senso Spa. Gibt es etwas Schöneres, um den Kopf frei zu bekommen, als in einem Bademantel eingepackt auf einer Liege zu entspannen? Damit war meine Sehnsucht nach Wellness und vor allem am Strand spazieren zu gehen und die Meerluft zu genießen gestillt. Für mich war die Dachterrasse der schönste Ort. Jeden Abend sang eine Französin Lieder von Ella Fitzgerald, Peggy Lee und Etta James (mit dem eigentümlichen französischen Akzent klang es fabelhaft) und wir konnten bei einen Cocktail den Blick in den Sternenhimmel genießen. So haben wir es versäumt nachts schwimmen zu gehen. Kein schlechter Gedanke, hmmm? Das haben wir uns eigentlich vorgenommen und nun aufs nächste Mal verschoben. Ich bekomme immer noch glänzende Augen, wenn ich an die warme Atmosphäre und die frischen blutroten Pfingstrosen (meine Lieblingsblumen) in den Vasen überall in diesem Haus zurückdenke. Vor jeder Reise kommt die obligatorische Herausforderung – was nehme ich mit? Ich möchte auch im Urlaub keinesfalls auf meine geliebten Parfums verzichten und nehme immer zu viele mit. Diesmal war es anders. Ein guter Freund schenkte mir das Voyage Set von Carner Barcelona. Entgegen meiner üblichen Gepflogenheiten, mehrere Düfte mitzunehmen, habe ich nur Tardes & Rima XI mitgenommen und mich jeden Tag ein bisschen mehr in sie verliebt. Rima XI hat mich mit der Vision Marokkanischer Nanah Minze und meinem bewunderten Indischen Jasmin-Sambac auf Vanille, Ambra und Moschus im Sturm erobert. Tardes war hingegen anfangs etwas zaghaft. Doch auch sein seidig-sinnlicher Reiz aus Mandeln und Tonkabohne hat mich sanft verführt. Dank ihnen bleibt die Erinnerung an die Freude der sonnigen Tage am Meer nun als Duft immer bei mir. Ich habe mich im Zauber dieser Düfte vollkommen verloren. Vielleicht begleiten sie auch euch auf der nächsten Reise und eure Erinnerungen und Begegnungen werden eingehüllt in ihren Duft...
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David Jourquin Cuir de R'Eve
Vor Kurzem saß ich in meinem Lieblings-Café in der Liebermann-Villa am Wannsee und genoss ein Stück köstlich-fruchtigen Himbeerkuchen, als plötzlich eine elegante Dame an meinem Tisch vorbeiging. Ihr Parfum – so leidenschaftlich und exzessiv, frisch und orientalisch, tief, lebhaft und vollkommen unerwartet – versetzte mich ins Paris der Goldenen Zwanziger. Wie stellt ihr euch les années folles vor? Ich bin überzeugt, es waren sehr spannende und inspirierende Zeiten, in denen Passionen auf Obsessionen trafen. Die kulturelle Schaffenskraft muss damlas einzigartig in Paris gewesen sein. Das erste Erwachen eines individuellen Lebensstils und ein euphorisches Sehnen nach Vergnügen und Lebenslust (das sich während der Schrecken des Ersten Weltkriegs aufgestaut hatte) in allen Bereichen der Gesellschaft, insbesondere in der Kultur, der Kunst und dem intellektuellen Leben. Diese Sehnsucht nach einem mondänen Lebensgefühl voller Glamour und Unbeschwertheit, entlud sich in rauschenden Partys und reizvoller Mode und dem Wunsch sich endlich frei fühlen zu wollen. Diese überbordende Atmosphäre vermittelte mir der Duft. Ich konnte dem Drang nicht widerstehen. Alles ist erlaubt – dachte ich bei mir – denn in puncto Parfum ist Hedonismus das oberste Ziel. Also warf ich alle guten Manieren über Bord und fragte die Dame kurzentschlossen, welches Parfum sie trägt. Ich weiß, eine derartige Frage ziemt sich nicht. Wer das fragt, zieht oft verstörte oder gar misstrauische Blicke auf sich, als würde er wagen, in das Allerheiligste vorzudringen – einfach zu intim. Meine Frage erstaunte die Dame tatsächlich ein wenig, aber mit einem Lächeln nahm sie ihre Sonnenbrille ab, wir kamen in ein sehr vergnügliches Gespräch über Düfte und schließlich lüftete sie das Geheimnis um ihr Parfum. Es war Cuir de R’Eve von David Jourquin.
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Azagury Pink
Als Kind war Lady Di für mich der Inbegriff einer wahren Märchenprinzessin und zwar nicht nur dank ihres glamourösen Brautkleids von Elizabeth Emanuel, das sie zu ihrer Hochzeit mit Prinz Charles trug. Ich war tief bewegt von ihrer Warmherzigkeit und Hilfsbereitschaft und fasziniert von ihrer Schönheit, Anmut und ihrem Charisma. Noch immer erinnere ich mich an ihr philanthropisches Engagement und an ihren klassischen und unvergänglichen Stil, mit dem sie bis heute eine formidable Inspiration für viele Frauen geblieben ist. Damals hat der junge Modeschöpfer Jacques Azagury einige der wohl schönsten und beeindruckendsten Kleider für die Princess of Wales entworfen und verwandelte mit seinen Kreationen die recht zurückhaltende Aristokratin zur bedeutendsten Mode-Ikone ihrer Zeit.
Damit zog der in Marokko geborene Designer zum ersten Mal die Aufmerksamkeit der internationalen Modewelt auf sich. Heute gehört Jacques Azagury zu den bedeutendsten und außergewöhnlichsten Couturiers des 21. Jahrhunderts. Bereits Helen Mirren, Katherine Jenkins sowie Elizabeth "Downton Abbey" McGovern (obwohl Jacques lieber Mad Men als Serie bevorzugt) trugen seine luxuriösen Kreationen. Sein unverkennbares Markenzeichen über die Jahre ist eine exquisite Silhouette, die mittlerweile sogar nach ihm benannt wurde und ein stilistisches Symbol für britische Eleganz geworden ist. Mit der virtuosen Präzision eines Künstlers, erschafft er spektakuläre Abendroben von feinster stilistischer und schier unerreichbarer Grazie, in denen Kunst und handwerkliches Können gänzlich ineinander aufgehen. Seine Mode spiegelt stets auch ein Stück weit seine Kindheit in Casablanca wider, die er wie ein glamouröses und exotisches Hollywood-Film-Set à la Ingrid Bergman und Lauren Bacall mit sagenhaft schönen Kleidern in Erinnerung bewahrt hat. Diese fantastischen Impressionen sind bis heute ein Quell der Inspiration für ihn geblieben.
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M. Micallef AKOWA
Einst habe ich den Satz gelesen: „Das Leben ist ein Schatz und die Kunst besteht darin den Mut zu haben ihn zu entdecken“. Mir scheint es, Martine Micallef und ihr Gatte Geoffrey Nejman besitzen diesen edlen Löwenmut, der sie verpflichtet Neues zu entdecken und Ideen und Visionen umzusetzen. Aus dieser Atmosphäre von Schaffenskraft und Wagemut heraus, haben sie vor 20 Jahren in der Nähe der Côte d’Azur, einer der schönsten und wildromantischsten Regionen Frankreichs, ihren Traum von einer eigenen luxuriösen Parfummanufaktur aus der Taufe gehoben. Seitdem kreieren sie in der Welthauptstadt des Parfums – in Grasse – unvergleichlich anmutige und originelle Parfums von nuancenreicher Opulenz und tiefgründigem Eigenleben (selten werden Parfums heute noch so großzügig komponiert). Bei der Kreation ihrer wahrhaft olfaktorischen Schmuckstücke, legt das Paar großen Wert auf Authentizität und Leidenschaft, umhüllt von einem Hauch Luxuriösität. Die Begeisterung von einst für erlesene Essenzen aus reinsten ätherischen Ölen und hochwertigsten Ingredienzien, die sie in kunstvolle und unikate Flakons bannen, glüht unverändert in ihren Herzen. Diese Philosophie, gepaart mit dem Enthusiasmus für das Entdecken neuer Orte und das Erkunden fremder Kulturen, macht das unverwechselbare und feinsinnige Naturell von M. Micallef Parfums aus.
Das Ehepaar bereist die Welt immer ihrer Gabe folgend neue und einzigartige Ingredienzien für die Haute Parfumerie aufzuspüren und in ihren Düften zu konservieren und weiterzugeben. Vor zwei Jahren führt sie der Weg an die westliche Atlantikküste Zentralafrikas in das bisweilen wenig erforschte Land Gabun.
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Préparation Parfumée Andrée Putman Un Peu d'Amour
Habt ihr auch mitbekommen, dass Annie Leibovitz für die neueste Ausgabe des legendären Pirelli-Kalenders die künstlerische Leitung übernommen hat? Die für aufwendig inszenierte Portraits bekannte Meisterin der Fotografie hat sich etwas recht Außergewöhnliches für dieses Projekt ausgedacht. Sie porträtierte ganz schlicht in Schwarz-Weiß Damen, die nicht (wie sonst in dem Kultkalender üblich) durch äußerliche Attribute, die dem gängigen Schönheitsideal entsprechen die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen, sondern interessante Frauen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie in ihrem Leben etwas Bedeutendes erreicht und geleistet haben und deren Attraktivität ein Ausdruck einer inneren, starken und unabhängigen Persönlichkeit ist. Ich bin überzeugt, wäre Andrée Putman – die Grande Dame des französischen Designs und eine der weltweit renommiertesten Innenarchitektinnen ihrer Zeit – noch unter uns, würde auch sie ein Kalenderblatt zieren. Denn die großartigen Erfolge der Künstlerin und ihr aufregendes Leben als Mitglied der Pariser Haute Voleé verdienen tiefe Bewunderung.
Ich wurde auf das Schaffen von Andrée Putman beim einem Besuch des Hotels im Wasserturm in Köln aufmerksam und habe mich sofort in ihren unverkennbaren Stil – modern und doch zeitlos – verliebt. Am meisten beeindruckte mich ihr Spiel mit Licht und Transparenz, wie sie helle Crèmefarben mit dunklen Hölzern und edlen Stoffen kontrastierte, um eine warme Atmosphäre in den Räumen zu erschaffen. Ich habe mich sehr gefreut, als die Parfum-Kollektion von Andrée Putman anlässlich des 15. Jahrestages ihres ersten Parfums auf der Unscent Premiere feierte. Ich kam einst in den Genuss – Préparation Parfumé – den Duft, den Andrée Putman in Zusammenarbeit mit der bekannten Parfumeurin Olivia Giacobetti kreiert hatte, kennenzulernen. Umso größer war die Überraschung und Freude, dass nun eine ganze Kollektion erscheint, die ihr Streben nach Eleganz und Raffinesse sowie ihre Suche nach der Zeitlosigkeit schöner Dinge in olfaktorischen Wahrnehmungen zusammenführt.
Ich wurde auf das Schaffen von Andrée Putman beim einem Besuch des Hotels im Wasserturm in Köln aufmerksam und habe mich sofort in ihren unverkennbaren Stil – modern und doch zeitlos – verliebt. Am meisten beeindruckte mich ihr Spiel mit Licht und Transparenz, wie sie helle Crèmefarben mit dunklen Hölzern und edlen Stoffen kontrastierte, um eine warme Atmosphäre in den Räumen zu erschaffen. Ich habe mich sehr gefreut, als die Parfum-Kollektion von Andrée Putman anlässlich des 15. Jahrestages ihres ersten Parfums auf der Unscent Premiere feierte. Ich kam einst in den Genuss – Préparation Parfumé – den Duft, den Andrée Putman in Zusammenarbeit mit der bekannten Parfumeurin Olivia Giacobetti kreiert hatte, kennenzulernen. Umso größer war die Überraschung und Freude, dass nun eine ganze Kollektion erscheint, die ihr Streben nach Eleganz und Raffinesse sowie ihre Suche nach der Zeitlosigkeit schöner Dinge in olfaktorischen Wahrnehmungen zusammenführt.
| Andrée Putman mit ihrer Tochter Olivia sowie Impressionen ihres Schaffens aus dem Hotel im Wasserturm in Köln |
JUL ET MAD Nin-Shar, Garuda, Néa
Die Geschichte von Julien Blanchard und Madalina Stoïca-Blanchard ist die Geschichte einer wunderschönen Liebe. Eine leidenschaftliche Phantasie... ein schüchterner Blick zwischen Mann und Frau... zwei Welten, die um sich kreisen und sich in einem Universum vereinen und der innige Wunsch Geschichten durch das sinnliche und sensible Medium des Parfums zu erzählen, charakterisieren das künstlerische Credo von JUL ET MAD. Die Liebenden sind wahre Meister des Geschichtenerzählens und haben magische und emotionale Momente ihrer außergewöhnlichen Histoire d'Amour in einem originellen Roman zusammengestellt, dessen vier olfaktorische Kapitel uns bereits so sehr verzaubert haben. Dabei steht jeder Duft stellvertretend für die empfindsame Schönheit und strahlende Reinheit der Liebe. Nun schlagen JUL ET MAD die Seiten eines neuen Romans auf und gewähren uns mit ihrer Duftkollektion Les WHITE weitere spannende Einblicke in ihr privates Universum.




















