Der zweite Duft aus der soOud Kollektion, der es mir angetan hat, hört
auf den wohlklingenden Namen Hajj. Zwischen Himmel und Erde wandern
Nomaden im Wüstenwind und Hajj entfaltet mit samtigen und kräftigen
Duftnoten die ganze Kraft ihrer Weisheit und Spiritualität. Ihr ruhiger
Geist inspirierte soOud zu diesem brillanten Wohlgeruch, der
ein betörendes Duftambiente heraufbeschwört. Wie ein Liebesbekenntnis an
die Vertrautheit einerseits und das ständig in unseren Herzen
pulsierende Fernweh andererseits, bringt Hajj die verschiedensten Düfte
der Ferne mit – süßlich und würzig – die sich in diesem facettenreichen
und sehr aromatischen Parfum mit holzig-moosigen, orientalisch-pudrigen
und sehr frischen Anklängen vortrefflich widerspiegeln.
Was mich besonders glücklich macht, soOud hat es vermocht mit Hajj einen sehr orientalischen Duft mit all seinem exotischen Naturell zu komponieren und das gänzlich ohne die Ingredienz Oud. In Hajj nutzt soOud die komplette klassische Architektur eines orientalischen Parfums, jedoch werden die einzelnen Duftkomponenten auf sehr ungewöhnliche Weise zusammengeführt, so dass Hajj leichter als viele orientalische Düfte anmutet.
Wie die schwungvolle Ouverture zu einer phantastischen Oper, erfasst Hajj Früchte und Gewürze, wirbelt sie in die Wüstenluft, bis er ihnen ihre kostbaren Säfte und Aromen entzogen hat und vereint diese Ingredienzien in einem unwiderstehlichen Duft von prachtvoller Intensität. Diese verführerische Kombination offenbart mir eine widersprüchliche Duftimpression - dem ebenso süßen, wie auch trockenen und doch vollen orientalischen Odeur - rhythmisch strukturiert und melodisch in seinem besonderen Ausdruck verziert. Das ist ein florientalisches Kleinod nach dem ich schon lange gesucht habe.