Es ist früher Montagmorgen und ich lausche den Ausführungen meines Professors über die zukünftige Bedeutung des Feuilletons. Dabei schweift mein Blick zum Fenster und ich beobachte, wie die Sonne emporsteigt und die Allee Unter den Linden in ein goldenes Farbenspiel hüllt. Mein Augenmerk fällt auf das monumentale Reiterstandbild Friedrichs des Großen. Erhaben sieht er aus, der König von Preußen, wie er auf seinem trabenden Pferd sitzt in historischer Uniform und mit dem hermelingefütterten Mantel um die Schultern. Die wohl bedeutendste Skulptur des Bildhauers Christian Daniel Rauch erinnert mich an die ewigwährende Allianz zwischen Mensch und Pferd. Begleitet doch das Pferd den Menschen treu durch die historischen Ereignisse aller Jahrhunderte. So verwundert es nicht, dass es neben menschlichen Helden und Sagengestalten auch besondere Pferde in der Geschichte gibt, die Menschen schon immer fasziniert und inspiriert haben.
Auch die neueste Parfumkreation der Maison PARFUMS de MARLY ist eine olfaktorische Reminiszenz an jene grandiose Parfums, die der französische König Louis XV. im 18. Jahrhundert zu Ehren seiner prächtigsten Pferderassen aufwendig komponieren ließ. Die subtile Komposition mit dem geschichtsträchtigen Namen DARCY ist von den damaligen verführerischen Parfums inspiriert, die als Signum für die prachtvolle Herrlichkeit des Hofes von Versailles galten und neue Maximen für die Kunst der Haute Parfumerie setzten.
Als die Renaissance an den europäischen Herrscherhöfen Einzug hielt, begann sich die Pferdezucht stärker zu entwickeln, sicherlich begünstigt durch eine ehrwürdige aristokratische reiterliche Tradition (blieb das Pferd als Reittier seit dem Mittelalter nahezu ausschließlich dem Adel vorbehalten) und einen höchstentwickelten Sinn für das Zeremonielle an den Fürstenhöfen. Viele Herrscher wollten Ihren Hof mit ausgezeichneten Pferden schmücken. Allerdings vermochte kein Monarch seine hingebungsvolle Begeisterung für Pferde derart in Perfektion zur Geltung zu bringen, wie Louis XV. Er liess seine edelsten Rösser in reichverzierten Satteldecken und mit Federkopfschmuck ausstaffiert, ganz nach dem Vorbild der grandiosen Straßenfeste der Medici in Florenz, in prunkvollen Karussells und gigantischen Rossballetten durch die Straßen von Paris defilieren und demonstrierte eindrucksvoll bei noblen Rennturnieren, die er für den europäischen Adel an seinem Hof ausrichtete, die Schnelligkeit seiner besten Rennpferde.