Vor Kurzem saß ich in meinem Lieblings-Café in der Liebermann-Villa am Wannsee und genoss ein Stück köstlich-fruchtigen Himbeerkuchen, als plötzlich eine elegante Dame an meinem Tisch vorbeiging. Ihr Parfum – so leidenschaftlich und exzessiv, frisch und orientalisch, tief, lebhaft und vollkommen unerwartet – versetzte mich ins Paris der Goldenen Zwanziger. Wie stellt ihr euch les années folles vor? Ich bin überzeugt, es waren sehr spannende und inspirierende Zeiten, in denen Passionen auf Obsessionen trafen. Die kulturelle Schaffenskraft muss damlas einzigartig in Paris gewesen sein. Das erste Erwachen eines individuellen Lebensstils und ein euphorisches Sehnen nach Vergnügen und Lebenslust (das sich während der Schrecken des Ersten Weltkriegs aufgestaut hatte) in allen Bereichen der Gesellschaft, insbesondere in der Kultur, der Kunst und dem intellektuellen Leben. Diese Sehnsucht nach einem mondänen Lebensgefühl voller Glamour und Unbeschwertheit, entlud sich in rauschenden Partys und reizvoller Mode und dem Wunsch sich endlich frei fühlen zu wollen. Diese überbordende Atmosphäre vermittelte mir der Duft. Ich konnte dem Drang nicht widerstehen. Alles ist erlaubt – dachte ich bei mir – denn in puncto Parfum ist Hedonismus das oberste Ziel. Also warf ich alle guten Manieren über Bord und fragte die Dame kurzentschlossen, welches Parfum sie trägt. Ich weiß, eine derartige Frage ziemt sich nicht. Wer das fragt, zieht oft verstörte oder gar misstrauische Blicke auf sich, als würde er wagen, in das Allerheiligste vorzudringen – einfach zu intim. Meine Frage erstaunte die Dame tatsächlich ein wenig, aber mit einem Lächeln nahm sie ihre Sonnenbrille ab, wir kamen in ein sehr vergnügliches Gespräch über Düfte und schließlich lüftete sie das Geheimnis um ihr Parfum. Es war Cuir de R’Eve von David Jourquin.
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David Jourquin Cuir de R'Eve
Vor Kurzem saß ich in meinem Lieblings-Café in der Liebermann-Villa am Wannsee und genoss ein Stück köstlich-fruchtigen Himbeerkuchen, als plötzlich eine elegante Dame an meinem Tisch vorbeiging. Ihr Parfum – so leidenschaftlich und exzessiv, frisch und orientalisch, tief, lebhaft und vollkommen unerwartet – versetzte mich ins Paris der Goldenen Zwanziger. Wie stellt ihr euch les années folles vor? Ich bin überzeugt, es waren sehr spannende und inspirierende Zeiten, in denen Passionen auf Obsessionen trafen. Die kulturelle Schaffenskraft muss damlas einzigartig in Paris gewesen sein. Das erste Erwachen eines individuellen Lebensstils und ein euphorisches Sehnen nach Vergnügen und Lebenslust (das sich während der Schrecken des Ersten Weltkriegs aufgestaut hatte) in allen Bereichen der Gesellschaft, insbesondere in der Kultur, der Kunst und dem intellektuellen Leben. Diese Sehnsucht nach einem mondänen Lebensgefühl voller Glamour und Unbeschwertheit, entlud sich in rauschenden Partys und reizvoller Mode und dem Wunsch sich endlich frei fühlen zu wollen. Diese überbordende Atmosphäre vermittelte mir der Duft. Ich konnte dem Drang nicht widerstehen. Alles ist erlaubt – dachte ich bei mir – denn in puncto Parfum ist Hedonismus das oberste Ziel. Also warf ich alle guten Manieren über Bord und fragte die Dame kurzentschlossen, welches Parfum sie trägt. Ich weiß, eine derartige Frage ziemt sich nicht. Wer das fragt, zieht oft verstörte oder gar misstrauische Blicke auf sich, als würde er wagen, in das Allerheiligste vorzudringen – einfach zu intim. Meine Frage erstaunte die Dame tatsächlich ein wenig, aber mit einem Lächeln nahm sie ihre Sonnenbrille ab, wir kamen in ein sehr vergnügliches Gespräch über Düfte und schließlich lüftete sie das Geheimnis um ihr Parfum. Es war Cuir de R’Eve von David Jourquin.
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Cécile Zarokian,
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