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Juliette Has A Gun Luxury Collection Metal Chypré


https://lamourenflacon.blogspot.com/2018/06/juliette-has-gun-luxury-collection.html

Wenn es stimmt, dass Erinnerung nichts anderes ist, als Gegenwart vergangener Zeiten, dann hat Erinnerung in einem Chypre-Parfum ihr Zuhause. Bereits seit der Antike gibt es chypre-typische Duftkompositionen. Ihr Charme ist seit je her sagenumwoben. Doch erst das junge 20. Jahrhundert der europäischen Geschichte krönte den Chypre zum König der Parfums. Der Name geht auf Chypre de Coty zurück, das François Coty im Jahr 1917 kreierte und damit fortan eine ganze Duftfamilie prägte. Er benannte seine Kreation nach der Insel Zypern (frz. Chypre), auf der er einige Zeit verbracht hatte. Für den Duft verwendete er viele natürliche Ingredienzien aus dem Mittelmeerraum, die er dort während seiner Reise kennenlernte. Als "Panorama des Südens" wird der Chypre seither bezeichnet. Der Mythos liegt im starken Kontrast zwischen dem hesperidischen Auftakt, vermählt mit einer apart-blumigen Herznote und dem holzig-moosigen Eichenmoos-Fond begründet, der eine besondere Komplexität aus Eleganz und Raffinesse entfaltet. Romano Ricci hat sich der Herausforderung gestellt für seine Luxusparfum-Marke Juliette Has a Gun einen Chypre zu erschaffen, der sich allen Konventionen entzieht. Damit vereint er seine Liebe zum Duft mit seiner außergewöhnlichen Kreativität und dem Bedürfnis stets Neues auszuprobieren. Mit künstlerischer Nonchalance dekonstruiert er den legendären Klassiker. Er bricht ihn runter bis auf sein nacktes Skelett, um ihn als modernen Duft neu zu erbauen. Dafür ließ er sich von der Idee leiten, den Duft vom kostbaren rötlich-glänzenden Kupfer nachzubilden. Warum ausgerechnet dieses Metall habe ich mich gefragt? Sein lateinischer Name cuprum ist abgeleitet von (aes) cyprium und heißt frei übersetzt "Erz aus Zypern", wo im Altertum Kupfer gewonnen wurde. Was liegt also näher, als eines der begehrtesten Mineralien der Welt aus Zypern mit der wohlduftenden Flora dieser sonnigen Mittelmeerinsel (der Geburtswiege der klassischen Chypre-Zutaten) zu verbinden?! Aus dieser Inspiration erschuf er seine persönliche olfaktorische Übersetzung dieses Materials - kühl, metallisch und überaus futuristisch, die er in einen gewagten Remix des klassischen Chypre-Akkords gegossen hat. Ein sehr spannendes Unterfangen. Denn Metalle sind schließlich Feststoffe. Sie besitzen keine flüchtigen chemischen Verbindungen und können deshalb nur sehr schwer den Weg in unsere Nase finden. Dennoch können wir alle diesen charakteristisch-metallischen Duft identifizieren. Riecht also Metall? Nein! Alles nur eine Illusion bzw. eine komplexe chemische Reaktion mit der Lipidschicht unserer Haut. Chemie war in der Schule allerdings nicht mein Lieblingsfach. Deswegen erspare ich euch (und mir) weiteres gefährliches Halbwissen dazu. Doch ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie Parfumeure Texturen und Temperaturen durch komplizierte Mischungen von Zutaten vermitteln können. Schauen wir uns also an, welche künstlerisch-abstrakte Antwort uns Romano Ricci zu diesem Thema präsentiert.