Aufrichtig und fragil, so schonungslos wie poetisch - der Entschluss einer eigenen Parfum-Marke das Leben zu schenken, kam für Sylvaine Delacourte einer persönlichen Metamorphose gleich hin zu mehr Mut und (paradoxerweise) auch mehr Zerbrechlichkeit. Denn mit ihren Düften offenbart sie der Welt ihr intimstes – Emotionen, Sehnsüchte und Geschichten und immer wieder Erinnerungen an erlebnisreiche Reisen – eingefangen und olfaktorisch wiederbelebt, als hätte sie diesen Momentaufnahmen aus ihrem Leben ein Stück Seele eingehaucht. In den ersten fünf Düften ihrer Kollektion, lässt uns Sylvaine Delacourte verschiedene Persönlichkeiten von dem edlen und mysteriösen Rohmaterial des weißen Moschus entdecken und kreiert ganz neuartige, sehr moderne und verblüffend puristische Interpretationen dieser Ingredienz - farbenreich und differenziert umgesetzt, schöner hätte ich es mir wohl nicht wünschen können. Ob fruchtig-sonnig, pflanzlich-frisch, nüchtern-rein, holzig-würzig oder pudrig-samtig – Sylvaine beherrscht die Klaviatur der Moschusakkorde perfekt (wie sie bereits mit einer Vielzahl von herausragenden Düften eindrucksvoll für Guerlain unter Beweis gestellt hat) und möchte nun, dass Duftliebhaber alle Facetten erkunden, die ein außergewöhnliches und schwierig zu meisterndes Material wie Moschus zu bieten hat. Deshalb beinhalten die Kompositionen auch nicht nur eine Moschusnote, sondern eine besondere Mischung verschiedener Moschussorten. Das Zusammenströmen dieser reizvollen Mixtur, zieht mich sanft, aber bestimmt in das Innerste der Düfte hinein, wo voller Leichtigkeit und ohne ambitionierte Anstrengung die Kompositionen von Ingredienz zu Ingredienz schweben und zu einem kurzweiligen Vergnügen geraten. Madame Delacourte ist eine große Liebhaberin von Moschus. Diese Ingredienz ist leicht wie Seide, edel wie Samt, weich wie Kaschmir, zudem sehr beruhigend, elegant, raffiniert und warm und hat die unerreichte Fähigkeit, eine Parfum-Komposition zu beleben, die Ausstrahlung zu verstärken und abzurunden. Das Aroma schmiegt sich ganz nah an die Haut, doch hinterlässt keine Spur von sich in der Luft und ist nur äußerst leicht wahrnehmbar (nur in reinen Monodüften kommt der faszinierende Charakter gänzlich zum Vorschein). Moschus hat eine gute Haltbarkeit, allerdings ist es sehr kompliziert dessen Diffusion zu händeln und zu bändigen. Dieser Rohstoff ist deshalb sehr schwer zu erfassen und zu bearbeiten. Oft muss ein ganzer Blumenstrauß um Moschus orchestriert werden, damit ihn jeder gut ausmachen und der Duftbaustein zusammen mit der Körperwärme eine harmonische Aura entwickeln kann. Dieser Herausforderung – Moschus gut versprühbar und wunderbar zur Geltung kommen zu lassen – hat sich Madame Delacourte angenommen und diese, wie ich finde, bravourös gemeistert und damit wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, dass sie zu den vielseitigsten Künstlerinnen ihres Genres gehört.
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Sylvaine Delacourte, Lilylang, Smeraldo, Dovana, Helicriss, Florentina
Aufrichtig und fragil, so schonungslos wie poetisch - der Entschluss einer eigenen Parfum-Marke das Leben zu schenken, kam für Sylvaine Delacourte einer persönlichen Metamorphose gleich hin zu mehr Mut und (paradoxerweise) auch mehr Zerbrechlichkeit. Denn mit ihren Düften offenbart sie der Welt ihr intimstes – Emotionen, Sehnsüchte und Geschichten und immer wieder Erinnerungen an erlebnisreiche Reisen – eingefangen und olfaktorisch wiederbelebt, als hätte sie diesen Momentaufnahmen aus ihrem Leben ein Stück Seele eingehaucht. In den ersten fünf Düften ihrer Kollektion, lässt uns Sylvaine Delacourte verschiedene Persönlichkeiten von dem edlen und mysteriösen Rohmaterial des weißen Moschus entdecken und kreiert ganz neuartige, sehr moderne und verblüffend puristische Interpretationen dieser Ingredienz - farbenreich und differenziert umgesetzt, schöner hätte ich es mir wohl nicht wünschen können. Ob fruchtig-sonnig, pflanzlich-frisch, nüchtern-rein, holzig-würzig oder pudrig-samtig – Sylvaine beherrscht die Klaviatur der Moschusakkorde perfekt (wie sie bereits mit einer Vielzahl von herausragenden Düften eindrucksvoll für Guerlain unter Beweis gestellt hat) und möchte nun, dass Duftliebhaber alle Facetten erkunden, die ein außergewöhnliches und schwierig zu meisterndes Material wie Moschus zu bieten hat. Deshalb beinhalten die Kompositionen auch nicht nur eine Moschusnote, sondern eine besondere Mischung verschiedener Moschussorten. Das Zusammenströmen dieser reizvollen Mixtur, zieht mich sanft, aber bestimmt in das Innerste der Düfte hinein, wo voller Leichtigkeit und ohne ambitionierte Anstrengung die Kompositionen von Ingredienz zu Ingredienz schweben und zu einem kurzweiligen Vergnügen geraten. Madame Delacourte ist eine große Liebhaberin von Moschus. Diese Ingredienz ist leicht wie Seide, edel wie Samt, weich wie Kaschmir, zudem sehr beruhigend, elegant, raffiniert und warm und hat die unerreichte Fähigkeit, eine Parfum-Komposition zu beleben, die Ausstrahlung zu verstärken und abzurunden. Das Aroma schmiegt sich ganz nah an die Haut, doch hinterlässt keine Spur von sich in der Luft und ist nur äußerst leicht wahrnehmbar (nur in reinen Monodüften kommt der faszinierende Charakter gänzlich zum Vorschein). Moschus hat eine gute Haltbarkeit, allerdings ist es sehr kompliziert dessen Diffusion zu händeln und zu bändigen. Dieser Rohstoff ist deshalb sehr schwer zu erfassen und zu bearbeiten. Oft muss ein ganzer Blumenstrauß um Moschus orchestriert werden, damit ihn jeder gut ausmachen und der Duftbaustein zusammen mit der Körperwärme eine harmonische Aura entwickeln kann. Dieser Herausforderung – Moschus gut versprühbar und wunderbar zur Geltung kommen zu lassen – hat sich Madame Delacourte angenommen und diese, wie ich finde, bravourös gemeistert und damit wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, dass sie zu den vielseitigsten Künstlerinnen ihres Genres gehört.

